2020.......mittlerweile Juni

Das Laufjahr 2020 ist bislang fest in Corona-Hand. Der Salah-Cup-Lauf in Amelinghausen im Februar fand zwar noch statt, doch ab dann ging nichts mehr. Sämtliche kleinen und großen Laufveranstaltungen mußten abgesagt werden.

 

Seit März konnten wir im Lauftreff nicht mehr zusammen durch den Einemhofer Forst laufen. Jetzt sind wir im Juni 2020.....und dies sind die Geschichten unserer Läufer*innen.....

Was machen nun die Einzelnen? Wie ergeht es ihnen? Wie funktioniert das Laufen allein für sich und die Motivation dazu?

 

Die Vorfreude auf den Lauf zwischen den Meeren am 6.6.20 war groß. Eigens dafür wurden Laufshirts entworfen. Umso trauriger waren wir, als das Event wie viele andere abgesagt wurde. Aber im nächsten Jahr sind wir unbedingt dabei! Wenn die Heide rennt und Olaf, Martin, Karina, Ria, Wilhelm, Hans, Nils, Julia, Annika, Rolf, Heike, Peggy, Otto, Wiebke,… 

Hans: „Ich komme wöchentlich so auf 15 km. Dienstags bzw. mittwochs laufe ich gleich nach der Arbeit los und starte die Dachtmissenrunde. Da brauche ich nicht erst zu warten, bis 19 Uhr der Lauftreff normalerweise beginnt. Und sonntags drehe ich meine 5km-Runde hinter dem Sportplatz in Reppenstedt.“

Karina: „Langsam reicht es mir mit dem Allein-Laufen. Ich brauche den Sozialkontakt. Und die Zuschauer, die einen bei den Wettkämpfen motivieren bzw. die Läuferinnen und Läufer, mit denen man sich z.B. beim Salah-Cup messen kann. Ich bin schon beim Run-for-help und beim Welt-PH-Tag die 10 km Strecke gelaufen. Aber so ein „virtueller“ Wettkampf ist nichts für mich. Ich freue mich schon auf die Lockerungen, wenn wir endlich wieder in der Laufgruppe gemeinsam unterwegs sein können.“

 

Martin. „Seit dem 16.3. bin ich im Homeoffice. Ich laufe 2- bis 3-mal die Woche. Und einmal Samstag oder Sonntag. Es gibt zwar keine Wettkämpfe/Läufe im Moment, aber es gibt „Lauf weiter.de“, „Alles gleich, nur anders“ und jeden Sonntag eine „Sonntags-Challenge“. Und das ist das, was mich im Moment weitermachen lässt. Ich bin schon viermal sonntags mitgelaufen. Sogar mit Startnummer. Es kostet nichts und man kann hinterher im Internet eine Ergebnisliste einsehen. Also Kopf hoch und weiter machen, weiterlaufen.“

Julia:

 „Die Heide rennt

ICH renne nicht mehr so richtig seit Corona.

DU rennst vielleicht gerade seit Corona.

Er/SIE/ES rennt trotz Corona.

WIR rennen nicht mehr gemeinsam seit Corona.

IHR rennt einsamer seit Corona.

 

SIE rennen hoffentlich bald wieder zusammen trotz Corona.

ICH renne dann bestimmt auch wieder, wäre sonst ja auch schade, wenn „die Heide ohne mich rennen würde.“

Ria und Wilhelm:

Plötzlich war da ganz viel Zeit- das war irritierend und schön zugleich.

Es fand sich wie selbstverständlich Zeit für eine Spazierrunde am Abend. Wir haben unser Leben deutlich verlangsamt. Wir haben Achtsamkeit üben können und dabei unser Leben in unserer luxuriösen/privilegierten Welt deutlicher wahrnehmen können.

Die (vermeintlich) geschenkte Zeit ergab, dass wir uns auf uns besinnen konnten. Dieses haben wir genossen und möchten es auch bewahren. Der Garten zeigte sich von seiner schönen Seite (auch wenn er ständig nach Arbeit rief). Es gab weniger Plan dafür viel Freiraum - das war schön.

Wir sind regelmäßig unsere 10-15 km gelaufen zu zweit oder auch mal jede/r für sich. Wir sind gesund (geblieben)und freuen uns, dass wir diesen Sport betreiben können. Was für ein Luxus!

Wir haben uns daran gefreut, nicht auf den üblichen Pfaden zu laufen, sondern entdeckten einige (für uns) neue Strecken.

Umwege erweitern den Horizont! So entspannt die Zeit auch war und ist, fehlen uns unsere Laufkolleg*Innen und das gesellige Miteinander mit anderen Menschen. Deshalb freuen wir uns darauf, wenn es wieder los geht und wir wieder mit der Laufgruppe laufen können.

Im Grunde haben wir bemerkt, wie dankbar wir sind gesund zu sein, laufen zu können, und in einem friedlichen Land zu leben.

Unser Motto ist darüber hinaus: Wer rastet, der rostet.

Olaf: „Mit Beginn der Corona-Zeiten hat ein Physiotherapeut mich wieder fit gemacht. Durch das Homeoffice war das Lauftraining viel besser durchzuführen. So dass ich vorher krankheitsbedingt fast nicht laufen konnte und im letzten Monat sogar 130 km gelaufen bin.“

Heike: „Ich vermisse UNSEREN Lauftreff sehr! Es ist ja nicht nur das Laufen…es sind die Leute, der Austausch, das Miteinander, all das macht unser Treffen aus!!! Klar, wir können allein laufen, jeder für sich, aber das ist es nicht…Es entsteht einfach gerade eine Sehnsucht nach diesem Gesamtpaket! Ich freue mich auf jeden einzelnen wieder. Wir sind eine GRUPPE! Ein Team!“

Udo: „Ich laufe sowieso nur noch sporadisch. Der Lauf zwischen den Meeren wäre mein läuferischer Höhepunkt des Jahres gewesen. Jetzt renne ich durch den Garten und zupfe hier und dort und renne zur nächsten Pflanze, die da nicht hingehört. Oder ich fahre mit dem Rad, aber nicht durch den Garten.“

Wiebke: „Als Chirurgin durfte ich in der Zeit von Corona weiter im Krankenhaus arbeiten. Die tägliche Routine hat mir geholfen, durch diese merkwürdige Zeit zu kommen. Dennoch mussten wir mit unseren Kindern neue Wege gehen, da die Spielplätze u.a. gesperrt waren. Wir haben aufregende neue Pfade gefunden und am Waldkindergarten sogar Wichtel entdeckt. Ein Highlight ist immer wieder der Aussichtsturm bei Südergellersen, von dem man einen fantastischen Blick auf die umliegenden Felder genießen kann und der sich außerdem in ein Workout einbinden lässt. Eine Ausrede, nicht fit zu bleiben, gibt es also nicht…“

Rolf: „Die Corona-Zeit war für mich Versunkenheit  und Nachdenklichkeit, aber auch Freude.

Die reduzierten Kontaktmöglichkeiten haben mich schon ein wenig bedrückt. Mensch, wir sind doch Herdentiere!

Auf der anderen Seite empfand ich aber auch Freude darüber, dass die überhitzte Welt zum Stillstand gekommen ist. Ich will nicht zu metaphysisch werden, aber für mich ist es auch ein Fingerzeig der Natur: wenn ihr gesund bleiben und überleben wollt, kehrt um!
Ich glaube, Corona lädt uns wirklich ein. Diese Ausnahmesituation ist auch eine Gelegenheit, nicht allzu schnell wieder in den Alltag zurückzukehren, sondern das offene Ende auszuhalten, damit wir uns Gedanken machen, wie die Welt nach Corona aussehen soll und was wir unbedingt ändern müssen und was wirklich wichtig ist im Leben. Darüber haben wir auch in der Familie viel philosophiert.

Und ich empfand auch Glück: Gedanken tanken können. Mehr Zeit für intensive Gespräche und Telefonate. Wie glücklich können wir sein, Zeit zum Nachdenken zu haben, während andere Menschen durch Corona noch mehr ums nackte Überleben kämpfen müssen. Meine Güte, wie paradox ist das alles! Da bei mir einige Projekte in den Herbst verschoben wurden, hatte ich mehr Zeit für meine Vorlesungen in Indien per Video-Konferenz und konnte nebenbei mit den Studenten auch über die Situation in ihrem Land sprechen.
Ich habe in dieser Zeit viel meditiert, bin viel gelaufen und auch mit dem Mountainbike in 13 Std. nach Berlin gefahren und jetzt freue ich mich auch wieder auf die Gemeinsamkeiten beim Lauftreff!

Und am 9.6.20 war es dann so weit. Wir durften uns wieder in der Gruppe treffen und gemeinsam laufen. Da gab es natürlich eine Menge zu erzählen. Das konnte man schon von Weitem hören. Bis zur nächsten Woche. Dienstag, 19 Uhr, Sporthalle Kirchgellersen.

 

 

Aktuell

 

Auch abgesagt:

13. Juni 2020

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